Sonntag, 31. Juli 2016

Meine neue Kompressionsstrumpfhose ist endlich da!

Halli Hallo,

nach 11 Wochen Wartezeit habe ich endlich meine neue Kompressionsstrumpfhose abholen können.

Es ist leider sehr viel schiefgelaufen zwischen dem Termin zum Ausmessen und dem Abholungstag...
Normalerweise wartet man nicht so lange auf die Kompression ;-)

Ich habe von medi die "Mediven Mondi" in der Farbe "Medi Magenta" gewählt.
Die Kompressionsklasse ist 2, geschlossene Spitze, mit Y-Einkehrung am Spann.

Leider hat das Sanitätshaus die Ellipsen-Einkehrung in der Kniekehle vergessen! Diese ist grade bei sitzenden Tätigkeiten sehr angenehm, da die Strumpfhose dann in der Kniekehle kaum Falten bildet.
Muss damit noch mal los und das reklamieren...Mal sehen wie lange das dann dauert :-D

Das erste Mal anziehen war schon ein kleiner Kraftakt, da flachgestrickte Kompression wirklich fest ist und das Material recht dick.

Die Strumpfhose sitzt aber sonst sehr gut, rutscht nur ganz minimal und die Länge passt.

Bei der nächsten Kompression werde ich das Leibteil noch einen Tick länger ausmessen lassen, damit es beim Sitzen weiter oben bleibt und nicht im Bauch einschneidet.

Hier sind mal ein paar Bilder von meiner wunderschönen, knalligen Kompressionsstrumpfhose :-)

Ich trage sehr gerne Shorts zu meinen Kompris. Meine Beine sind eh immer warm genug und eine lange Hose über der Kompri ist noch viel wärmer.


Pinke Kompri mit einem schwarzen Kleid.

Hier sieht man die Nähte auf der Rückseite der Strumpfhose. 

Auf meinem Instagramprofil habe ich viele weitere Outfits. Ihr könnt eure Kompri wunderbar zu Shorts, Röcken und Kleidern kombinieren und gerade jetzt in der Sommerzeit ist es damit etwas erträglicher.

Persönliche Gedanken
Natürlich werden fremde Leute immer gucken - wer rennt schon im Sommer mit dicken Strumfphosen rum?!
Mich stören die Blicke mittlerweile nicht mehr. Sollen die Leute denken was sie wollen.
Ich weiß, dass es mir ohne Kompri viel schlechter geht und deshalb trage ich meine Kompri so konsequent.

Ich gehe auch sehr offen mit der Krankheit um und habe vielen meiner Kolleginnen erklärt, was diese Krankheit bedeutet, wie der Verlauf ist, mit was wir täglich zu kämpfen haben usw.
Viele sind erstaunt, sprechen mir Mut zu, finden es gut wie ich damit umgehe und manche sind sogar neidisch wegen meiner pinken Strumpfhose :-).

Ihr müsst für euch entscheiden, was euch wichtig ist - ohne Kompri rausgehen, weil andere Menschen vielleicht komisch darüber denken und der Krankheit somit Freiraum geben.
Oder eurem Körper helfen, ihn mit der Kompri unterstützen und dafür wahrscheinlich weniger Beschwerden haben.


Das wars nun erstmal von mir :-)
Liebe Grüße

Friederike

Donnerstag, 28. Juli 2016

Lipödem und Bewegung

Hallöchen,

vergangene Woche hatte ich Urlaub, deshalb war es etwas ruhiger.

Ich habe in meinem Urlaub mal wieder etwas Gutes festgestellt.

Da es letzte Woche hier bei uns richtig Sommer war (kaum zu glauben), habe ich meine Kompri nur am Montag getragen. Die restlichen Tage war es mir einfach zu warm- ich hatte Urlaub, hatte keine Lust auf die Kompri, wollte einfach Luft und Sonne an den Beinen und habe deshalb die Kompri für ein paar Tage links liegen lassen.

Vor meinem Urlaub habe ich mir die App "Pokemon Go" runtergeladen - Ja, ich bin Ende Zwanzig und viele halten diese App für den letzten Müll.
Ich finde es spaßig und stehe dazu :-).


Auf jeden Fall war ich letzte Woche jeden Tag unterwegs, bin viel gelaufen (in einer Woche fast 40 km) und war auch viel auf dem Rad unterwegs.

Ich hatte keine geschwollenen Füße oder Beine!
Scheinbar wurde das Lymphsystem durch die Bewegung so gut auf Trab gehalten, dass es auch ohne Kompri ging.
Wenn meine Beine zu heiß wurden (obwohl sie von außen immer eiskalt sind), bin ich in der Nordsee schwimmen gewesen, habe ein kaltes Fußbad genommen oder mir Kühlkompressen auf die Knöchel gelegt. Das hat ganz wunderbar geklappt.

Den besten "negativen" Vergleich hatte ich dann diesen Montag.
Erster Arbeitstag, es war immer noch warm - deshalb bin ich ohne Kompri zur Arbeit.

Abends hatte ich dicke, runde, geschwollene Füße und Knöchel. Ich dachte die platzen! :-O :-D
Das kam dann wohl davon, dass ich bei der Arbeit überwiegend sitze und mich nicht viel bewege. Abends war ich auch nur zu Hause und bin nicht noch mal laufen gewesen.

Ich trage nun bei der Arbeit wieder die Kompri, da es ohne einfach nicht geht und ich dieses Spannungsgefühl von den geschwollenen Füßen total ätzend finde.

Werde mir aber auch vornehmen Abends nach der Arbeit noch eine Runde laufen zu gehen und Pokemons zu fangen

Es geht also auch mal ohne Kompri - dann aber viel bewegen und das Lymphsystem aktivieren.

Sonnige Grüße
Friederike


Mittwoch, 13. Juli 2016

36 Grad und es wird noch heißer... Abkühlung an heißen Tagen

Hallo,

der Sommer war bis jetzt ja eher zurückhaltend, aber wenn es warm war - dann richtig!
Gerade an diesen Tagen hat man das Gefühl, dass man in der Kompression eingeht...

Hier ein paar Tipps, wie ihr einen kühlen Kopf (oder Beine) bewahrt:

1. Kühlsprays
Es gibt z. B. von Medi das "medi fresh - Kühlendes Spray". Dieses Spray mit Menthol gibt euren Beinen einen kühlen Frischekick. Es wird direkt auf die Kompression gesprüht und man fühlt sofort den kühlenden Effekt.
Inhalt 100 ml

Von Juzo gibt es auch ein kühlendes Spray. Dieses hat einen Crackling-Effekt, der auf den Beinen knistert und somit vitalisierend wirken soll. Das Spray wird entweder direkt auf die Haut aufgetragen (laut Hersteller zieht es schnell ein und hinterlässt keine Rückstände) oder man sprüht es auf die Kompression.
Inhalt 150 ml

--> Ihr könnt auch einfach Wasser in eine Sprühflasche füllen und eure Kompression damit anfeuchten. Das wirkt oftmals auch schon Wunder.
Zusätzlich könnt ihr z. B. auch Minze mit reinmischen, dann gibt es einen kühlenden Effekt.

2. Kühlpacks
Die weichen Kühlpacks könnt ihr um eure Knöchel oder auf die Beine legen. Natürlich nicht übertreiben mit dem Kühlen, da euer Kreislauf sonst Schwierigkeiten bekommen kann.

3. Leichte und luftige Kleidung
Bei Wärme trage ich meist Shorts, Röcke, Kleider oder ganz luftige Hosen. Die Beine sind durch die Kompri eh schon warm und müssen einiges aushalten, da zwänge ich sie nicht auch noch in eine weitere enge und warme Hose.

Leinenstoffe sind im Sommer sehr angenehm, allgemein empfehlen sich Stoffe mit einem hohem Baumwollanteil.

4. Duschen
Natürlich ist eine kalte Dusche bei warmen Temperaturen verlockend, aber wie wir wissen, schwitzt man hinterher meist doppelt so stark.
Wenn es warm ist oder nach dem joggen stelle ich mich mit meiner Kompri in die Badewanne oder Dusche und spüle meine Beine abwechselnd kalt und warm ab. Das erfrischt, regt die Durchblutung an und die Beine fühlen sich danach fitter an.

5. Schwimmen
Schwimmen hat mehrere positive Effekte: Der Druck vom Wasser wirkt wie eine Lymhpdrainage. Eure Beine werden durch den gleichmäßigen Wasserdruck massiert und angestautes Wasser wird durch die aktivierte Lymphe abtransportiert. Außerdem könnt ihr euch beim Schwimmen abkühlen, ihr tut etwas für eure Gesundheit, bewegt euch und zusätzlich macht es Spaß.

6. Essen, Trinken, Ruhe
Bei Hitze sollte man leichte Speisen wählen. Diese sind bekömmlicher und der Körper muss nicht so viel Energie aufwenden, um sie zu verdauen.
Viel Trinken ist sehr wichtig. Gerade bei warmen Temperaturen schwitzt man vermehrt und der Körper braucht die fehlende Flüssigkeit.
Gönnt euch eine Pause und schaltet einen Gang zurück. Meidet die warme Mittagshitze.


Selbst bei warmen Temperaturen trage ich meine Kompression konsequent. Ich weiß genau, was passiert, wenn ich es nicht mache - meine Beine werden hart wie Stein, sie fühlen sich schwer an, sind schlapp und teilweise schmerzen sie. Deshalb wähle ich lieber den Weg mit Kompression und den kleinen Tipps zum Abkühlen, als abends traurig und genervt mit schmerzenden Beinen auf dem Sofa zu liegen.

Natürlich müsst ihr für euch den besten Weg finden. Wenn ihr das Gefühl habt, ihr kippt gleich aus den Latschen, weil euch so heiß in der Kompri ist, dann solltet ihr sie ausziehen.
Jeder Mensch empfindet Wärme ja auch anders und hat andere Belastungsgrenzen.

Ich hoffe meine Tipps helfen euch besser durch die heißen Tage zu kommen und ihr könnt das ein oder andere davon für euch nutzen.

Sonnige Grüße
Friederike

Montag, 11. Juli 2016

Kompression - ein modisches Accessoire

Halli Hallo,

wie in meinem vorherigen Post erwähnt, möchte ich euch hier verschiedene Hersteller für flachgestrickte Kompression zeigen.

Die Hersteller haben in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert. Kompressionsstrümpfe sind mittlerweile keine Oma-Strümpfe mehr und können durchaus gezeigt werden.
Dieser Wandel liegt mit Sicherheit auch daran, dass viele junge Frauen unter Krankheiten leiden, die das Tragen von Kompressionsstrümpfen unumgänglich machen.

Hersteller "medi"

Das erste Bild zeigt die Standardfarben und das zweite die aktuellen Trendfarben.
Man kann seine Kompression also durchaus als ein modischen Accessoire sehen und damit ganz flotte Outfits erstellen. 




Außerdem gibt es bei dem Modell Mediven 550 Bein auch die Möglichkeit Strickmuster einarbeiten zu lassen. Wählen könnt ihr zwischen den Mustern "Pyramids", "Ribs" oder "Stars".




Sollten bei euch auch die Arme betroffen sein, bietet Medi bei den Modellen "550 Arm" oder "Mondi Esprit" auch Strickmuster für die Armkompression an. Hier könnt ihr zwischen "Live Laugh Love", "Timeless" und "Sportive" wählen.





Hersteller "Juzo"

Bei dem Hersteller Juzo könnt ihr zwischen 9 Standardfarben wählen.



Die Trendfarben 2016 heißen "Blue Escape", "Cosmic Coral", "Purple Space", "Pink Galaxy", "Yellow Planet" und "Lavender Moon" (von links nach rechts). Außerdem könnt ihr jede Trendfarbe auch mit Batik Weiß oder Batik Schwarz bekommen.




Hersteller "Jobst"

Jobst bietet euch 6 verschiedene Farben für die Beinversorgung.


Bei der Armversorgung könnt ihr zwischen 5 Farben wählen.



Hersteller "Bauerfeind"

Der Hersteller Bauerfeind bietet die kleinste Auswahl mit 5 Standardfarben.

                                           


Wie ihr an meiner kleinen Auswahl seht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten die eigene Kompression zu gestalten. Ihr könnt sie ganz nach euren Vorlieben anfertigen lassen. Damit fällt es euch leichter, sich an die Kompression zu gewöhnen und sie nicht als lästiges Übel zu empfinden.

Die meisten Sanitätshäuser haben Muster von verschiedenen Herstellern vor Ort und ihr könnt euch die Farben und Stoffe dort zeigen lassen. Im Original sehen die Farben ja meistens noch einen Tick anders aus.

Meine persönliche Erfahrung
Bislang habe ich meine Kompression nur von dem Hersteller Medi. Meine ersten Strümpfe waren schwarz, weil ich sie zu Beginn so unauffällig wie möglich haben wollte. Danach habe ich mir welche in cashmere anfertigen lassen. Mittlerweile habe ich zusätzlich noch eine schwarze Strumpfhose und eine in cashmere. Die helle Strumpfhose ist ganz praktisch, da man einfach eine farbige Feinstrumpfhose drüber ziehen kann und sie somit zu jedem Kleid oder Rock passt.

Meine neue Kompression habe ich etwas farbenfroher gewählt ;-)
Das Modell Mediven Mondi in der Farbe "magenta"! Ich bin so gespannt.

Das wars erstmal von mir. Ich wünsche euch viel Freude beim Auswählen eurer Kompression :-)

Eure 
Friederike


Samstag, 9. Juli 2016

Die richtige Verordnung

Hallo liebe Leser,

nachdem die Diagnose Lipödem, Lymphödem oder die Mischform Lipolymphödem vom Arzt bestätigt ist, wird eine entsprechende Kompression verordnet.

Der Arzt füllt für euch ein Rezept mit allen wichtigen Punkten aus:

1. Diagnose
Art der Erkrankung und Stadium

2. Art der Kompressionsbestrumpfung
Je nachdem wie ausgeprägt das Lipödem bei euch ist (nur Unterschenkel, komplettes Bein, Beine+Hüfte+Po) wird der Arzt entscheiden, welche Bestrumpfung sinnvoll ist. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Strumpfhose, Oberschenkelstrümpfe, Oberschenkelstrümpfe mit Bermuda, Kniestrümpfe mit Caprihose.
Man kann nicht pauschal sagen, dass Variante XY die Beste ist. Ihr werdet "ausprobieren" müssen, was für euch am angenehmsten ist.

3. Kompressionsklasse
Mit der Kompressionsklasse wird angegeben, mit welchem Druck auf eure Beine/Arme gearbeitet wird. Die Kompressionsklassen gehen von 1 bis 4.

4. Art der Fußspitze/Zusätze
Man kann zwischen offener, geschlossener und angenähter Fußspitze wählen. Mit der Zeit merkt man, was man gerne trägt und was einem nicht so gefällt.
Zusätze gibt es je nach Hersteller: Y-Einkehrungen am Spann und an der Kniekehle (reduziert die Faltenbildung und kneift dadurch nicht), Haftband bei Oberschenkelstrümpfen, Po-Forming, Softspitze, Farbe, Muster, Batik, Trendfarben.
Viele Zusätze könnt ihr mit eurem Sanitätshaus besprechen, da diese oftmals näher an den aktuellen Trends und Neuerungen sind.

5. Hilfsmittelnummer
Die Kompressionsbestrumpfung ist im Hilfsmittelkatalog aufgeführt und jede Art hat eine eigene Nummer.

6. Vermerk "Maßanfertigung" und "flachstrick"
Eine maßgefertigte Strumpfhose macht auf jeden Fall Sinn, da unsere Beine ja oftmals aus der Form geraten sind.
Vorm Ausmessen sollte eine Manuelle Lymphdrainage erfolgen, damit eure Beine entstaut sind. Einen Termin zum Ausmessen im Sanitätshaus am Besten morgens wählen, da eure Beine dann schlanker sind und die Kompression schön eng gemessen werden kann. 

"Flachstrick" ist das Verfahren, mit dem eure Kompression gefertigt wird. Es gibt auch die Variante "Rundstrick", diese ist aber nicht so geeignet für das Lipödem


Mit dem Rezept geht es zum Sanitätshaus (wie oben beschrieben kann eine Manuelle Lymphdrainage ein paar Tage vorm Ausmessen sinnvoll sein).
Bei flachgestrickten Strümpfen wird an verschiedenen Stellen an euern Beinen (oder Arme, wenn diese auch betroffen sind) Maß genommen. Dabei wird einmal der normale Umfang gemessen und dann wird "auf Zug" gemessen. Dabei wird das Maßband eng um euer Bein gezogen, damit die Kompression nachher auch eng sitzt und gut arbeiten kann.

Ihr könnt dann mit dem Sanitätshaus über Farben, Zusätze und Hersteller sprechen.
Zum Glück hat sich in den letzten Jahren viel getan und die Kompression erinnert nicht gleich an Omas Stützstrümpfe...
Es gibt alle möglichen Trendfarben, ihr könnt Muster einarbeiten lassen oder eine Batikoptik wählen.

-->Darüber erfahrt ihr mehr in meinem nächsten Post :-) 

Nachdem ihr mit dem Sanitätshaus alles abgesprochen habt, wird dieses einen Kostenvoranschlag bei dem entsprechenden Hersteller einfordern. Der Kostenvoranschlag geht dann zur Genehmigung an die Krankenkasse und danach wird die Kompression beim Hersteller in Auftrag gegeben.

Je nach Krankenkasse, Schnelligkeit des Sanitätshauses und Herstellers kann es einige Wochen dauern. Von manchen habe ich gehört, dass sie gerade mal 2 Wochen warten mussten. Ich hatte leider grade den Fall, dass ich nach 10 Wochen immer noch keine neue Kompression habe...Es scheint nun aber endlich alles richtig zu laufen.

Wenn eure neue Kompression da ist, bieten euch die meisten Sanitätshäuser an, diese beim ersten Mal mit euch anzuprobieren.
Es gibt von einigen Herstellern gummierte Handschuhe, die das Anziehen erleichtern und eure Fingerknöchel schonen! ;-)

Ihr werdet euch mit der Zeit an die Kompression gewöhnen. Wenn eure Strümpfe/Strumpfhose etc. nicht zu 100% sitzen und ihr das Gefühl habt, dass sie ständig rutscht oder kneift, sprecht es in eurem Sanitätshaus an.

Hoffentlich konnte ich ein paar offene Fragen klären.

Eure
Friederike

Freitag, 8. Juli 2016

Mein Lipödem und ich

Hallo liebe Leser,

wenn manche etwas über das Lipödem lesen, denken sie vielleicht "schon wieder so eine Modekrankheit - Frauen mit dicken Beinen müssen sich einfach mal zusammen reißen und abnehmen!"

Für Betroffene, so wie ich es bin, ist es eine bittere Realität.

Die Beine werden im Laufe der Zeit dicker, Schmerzen kommen dazu, Bewegungen sind unangenehm, Diäten versprechen keinen Erfolg, Hosenkäufe werden zum Horror und der Umfang der Beine passt einfach nicht zum oftmals schmalen Oberkörper.

Bis ich 14 war hatte ich eine sportliche und schlanke Figur. Dann veränderte ich mich.
Ich kam in die Pubertät und mein Körper wurde weiblicher und runder. Obwohl ich kaum an Gewicht zulegte, wurde meine Beinen unförmig. Meine Knie verschwanden irgendwo zwischen Ober- und Unterschenkel, meine Knöchel waren weg und meine Beine wirkten einfach stämmig.
Natürlich fiel es mir nicht sofort auf, sondern erst nach und nach. Ich sah andere Mädchen, unsere Oberkörper waren gleichschlank, nur meine Beine waren viel dicker.
Natürlich habe ich auch mal Witze über meine "Stampfer" gemacht und auch aus der Familie kam hier und da mal ein Spruch. Ich habe es halt so hingenommen.

Anfang 2011 war ich dann bei meinem neuen Hausarzt, der auch gleichzeitig Phlebologe ist. Ich zeigte ihm meine Knöchel und fragte ihn, ob es normal sei, dass meine Knöchel nicht so hervorstehen, wie bei anderen Menschen.
Er untersuchte meine Beine und teilte mir dann mit, dass ich ein Lipödem habe. Er sagte mir auch, dass es keine Medikamente gibt, die diese Krankheit heilen. Das war ein Schock.
Er besprach dann mit mir, wie die Therapie aussehen würde. Ich solle Kompressionsstrümpfe tragen. Ich war total verwirrt... Ich sollte mit Anfang 20 in solchen "Oma-Strümpfen" rumlaufen?!
Naja, es nützte nichts und ich bekam mein erstes Paar Kniestrümpfe. Sie waren der Horror... Bretthart, knackeeng und einfach schrecklich.
So ließ ich es dann mit der Zeit schleifen, trug die Strümpfe nicht und ging ohne sie munter durchs Leben.

Im vergangenen Jahr habe ich mich dann sehr intensiv mit der Krankheit beschäftigt und wusste "Friederike, so geht das nicht weiter". Also habe ich mir ein neues Rezept für Strümpfe geholt und seit Juli 2015 trage ich mindestens 6 Tage die Woche Kompressionsstrümpfe bzw. -strumpfhosen.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass ich mich jeden morgen in diese engen Teile reinzwängen muss. Ich habe gelernt, dass man sich auch mit Kompressionsstrümpfen/Strumpfhosen hübsch kleiden kann und dass man diese nicht unter Hosen verstecken muss.

Ich werde meinen Blog dafür nutzen meine Erfahrungen zu teilen und somit hoffentlich anderen Betroffenen Hoffnung zu machen und zu zeigen, dass man das beste aus der Situation machen muss.

Eure
Friederike